Kaum ein modernes GT3-Fahrzeug besitzt einen höheren Wiedererkennungswert als der Grello von Manthey Racing. Die leuchtend gelb-grüne Lackierung ist längst zum Synonym für erfolgreiche Porsche-Einsätze auf der Nürburgring-Nordschleife geworden. Hinter dem auffälligen Design steckt jedoch vor allem eines: ein technisch ausgereiftes Rennfahrzeug, das über Jahre konsequent weiterentwickelt wurde.
2026 setzt Manthey Racing den Porsche 911 GT3 R der Generation 992 in einer weiterentwickelten Evo-Konfiguration ein. Obwohl GT3-Fahrzeuge durch das FIA-Reglement und die Balance of Performance (BoP) eng zusammengeführt werden, zählt der Grello weiterhin zu den Referenzfahrzeugen im internationalen Kundensport.
Die technische Basis
Der Grello basiert auf dem Porsche 911 GT3 R (992), der ausschließlich für den professionellen Kundensport entwickelt wurde. Das Fahrzeug nutzt das bekannte Heckmotorkonzept des Porsche 911 und kombiniert dieses mit moderner GT3-Aerodynamik sowie einer konsequent auf Langstreckenrennen ausgelegten Konstruktion.
Technische Eckdaten
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Fahrzeug | Porsche 911 GT3 R (992 Evo) |
| Reglement | FIA GT3 |
| Motor | 4,2-Liter-Sechszylinder-Boxermotor |
| Aufladung | Saugmotor |
| Leistung | ca. 565 PS (BoP-abhängig) |
| Drehmoment | BoP-abhängig |
| Antrieb | Hinterradantrieb |
| Getriebe | Sequentielles Sechsgang-Renngetriebe |
| Gewicht | ca. 1.250–1.300 kg (BoP-abhängig) |
Die tatsächliche Leistung variiert je nach Balance of Performance. Dadurch soll verhindert werden, dass einzelne Fahrzeugkonzepte dauerhaft einen technischen Vorteil besitzen.
Das Heckmotorkonzept als Alleinstellungsmerkmal
Während die meisten GT3-Fahrzeuge auf Frontmittelmotor- oder Mittelmotorkonzepte setzen, bleibt Porsche seiner traditionellen Heckmotorarchitektur treu.
Der Großteil der Fahrzeugmasse liegt hinter der Hinterachse. Diese Gewichtsverteilung erzeugt eine außergewöhnlich hohe Traktion beim Herausbeschleunigen aus langsamen und mittleren Kurven. Besonders auf der Nürburgring-Nordschleife, deren Streckenprofil zahlreiche Bergaufpassagen und wechselnde Gripverhältnisse umfasst, zählt diese Eigenschaft zu den größten Stärken des Fahrzeugs.
Gleichzeitig verlangt das Fahrzeug eine präzise Fahrweise. Lastwechsel wirken sich beim Heckmotor stärker auf die Fahrzeugbalance aus als bei vielen Mittelmotorfahrzeugen. Fahrer müssen deshalb Bremsdruck, Lenkwinkel und Gaspedal besonders fein aufeinander abstimmen.
Aerodynamik mit Fokus auf Stabilität
Obwohl GT3-Reglements den aerodynamischen Spielraum begrenzen, besitzt der Porsche eine hochentwickelte Aero-Plattform.
Zu den wichtigsten Komponenten gehören:
- Frontsplitter
- Dive Planes
- vollständig verkleideter Unterboden
- groß dimensionierter Heckdiffusor
- verstellbarer Heckflügel
- optimierte Kühlluftführung
Die Evo-Überarbeitung für 2026 konzentriert sich weniger auf mehr maximalen Abtrieb als auf ein stabileres aerodynamisches Arbeitsfenster. Ziel ist es, den Abtrieb über unterschiedliche Fahrzeughöhen, Geschwindigkeiten und Nickbewegungen möglichst konstant zu halten. Das erleichtert die Abstimmung und verbessert die Vorhersehbarkeit des Fahrzeugs, insbesondere auf welligen Rennstrecken wie der Nordschleife.
Fahrverhalten
Der Grello gilt als eines der präzisesten GT3-Fahrzeuge seiner Generation.
Typische Fahreigenschaften
- sehr hohe Traktion beim Beschleunigen
- stabiles Bremsverhalten
- präzises Einlenken
- hohe Kurvengeschwindigkeiten
- sehr konstante Reifenperformance über lange Stints
Besonders bei langen Rennen spielt die gleichmäßige Belastung der Hinterreifen eine entscheidende Rolle. Manthey Racing gilt seit Jahren als Spezialist dafür, Fahrzeugsetup, Reifendruck und Fahrwerksabstimmung optimal auf die Anforderungen der Nordschleife abzustimmen.
Für Langstreckenrennen entwickelt
Der Porsche 911 GT3 R wurde von Beginn an für den Dauerbetrieb konstruiert.
Neben der reinen Performance stehen Wartungsfreundlichkeit und Zuverlässigkeit im Mittelpunkt.
Dazu gehören unter anderem:
- schneller Wechsel von Bremskomponenten
- robuste Radaufhängungen
- modularer Aufbau vieler Baugruppen
- effizienter Zugang zu Wartungspunkten
- hohe thermische Stabilität von Motor und Getriebe
Diese Eigenschaften reduzieren die Standzeiten während 12- oder 24-Stunden-Rennen erheblich und erhöhen die Einsatzsicherheit.
Warum der Grello auf der Nordschleife so erfolgreich ist
Die Nürburgring-Nordschleife stellt Fahrzeuge vor außergewöhnliche Herausforderungen. Mehr als 20 Kilometer Streckenlänge, starke Höhenunterschiede, wechselnde Asphaltqualitäten und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten verlangen ein besonders ausgewogenes Gesamtpaket.
Der Grello vereint mehrere Eigenschaften, die auf dieser Strecke entscheidende Vorteile bieten:
- hervorragende Traktion aus langsamen Kurven
- hohe Fahrstabilität über Kuppen und Bodenwellen
- berechenbares Verhalten bei wechselnden Gripverhältnissen
- geringer Reifenverschleiß über lange Distanzen
- hohe Zuverlässigkeit bei Dauerbelastung
Gerade diese Kombination macht den Porsche seit Jahren zu einem der erfolgreichsten Fahrzeuge im GT3-Langstreckensport.
Mehr als nur eine Lackierung
Die auffällige gelb-grüne Gestaltung entstand ursprünglich als Sponsorendesign und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der bekanntesten Lackierungen des internationalen Motorsports.
Heute steht der Begriff Grello nicht mehr nur für ein einzelnes Fahrzeug, sondern für eine ganze Ära des modernen GT-Rennsports. Für viele Fans ist die Kombination aus Manthey Racing, Porsche und der Nürburgring-Nordschleife untrennbar mit diesem Design verbunden.

