Darf der IMSA-Gesamtsieger bei den 24 Stunden von Le Mans teilnehmen?

Bekommt der IMSA-Gesamtsieger einen Startplatz bei den 24 Stunden von Le Mans? Die Regeln zu automatischen Einladungen, GTP/Hypercar-Konvergenz und Quereinstieg erklärt.

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IMSA-Gesamtsieger und die Frage nach einem Startplatz bei den 24 Stunden von Le Mans.
Vom IMSA-Titel nach Le Mans: Wann ein Startplatz an der Sarthe automatisch kommt — und wann nicht.

Die kurze Antwort lautet: Ja – aber nicht automatisch aufgrund des Meistertitels.

Zwischen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship und den 24 Stunden von Le Mans besteht eine enge technische und sportliche Verbindung. Dennoch führt ein Gesamtsieg in der nordamerikanischen Meisterschaft nicht automatisch zu einem garantierten Startplatz beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt.

Wer entscheidet über das Starterfeld?

Die Starterliste der 24 Stunden von Le Mans wird vom Automobile Club de l’Ouest (ACO) veröffentlicht. Gemeinsam mit der FIA legt der ACO fest, welche Fahrzeuge und Teams zum Rennen zugelassen werden.

Ein Team kann sich auf verschiedenen Wegen qualifizieren:

  • automatische Einladungen (“Automatic Invitations”)
  • Teilnahme an der FIA World Endurance Championship (WEC)
  • Auswahl durch den ACO nach Bewerbung und sportlichen Kriterien

Ein IMSA-Meistertitel allein gehört dabei nicht zu den Kriterien für einen garantierten Startplatz in der Spitzenklasse.

Warum gibt es keinen automatischen Startplatz für den IMSA-Gesamtsieger?

Historisch existierten zahlreiche automatische Einladungen für Gewinner bedeutender Langstreckenserien. Diese richteten sich jedoch überwiegend an Teams aus den Klassen GT und LMP2.

Mit der Einführung der Hypercar-Kategorie änderte sich die Situation erheblich. Das Starterfeld der Topklasse ist heute stark durch Werksteams großer Hersteller geprägt. Die verfügbaren Startplätze sind begrenzt und werden in erster Linie an:

  • WEC-Hersteller
  • WEC-Teams
  • zusätzliche Werksnennungen
  • ausgewählte Gaststarter

vergeben.

Deshalb existiert heute kein automatischer Le-Mans-Startplatz für den IMSA-Gesamtmeister der GTP-Klasse.

Warum sieht man trotzdem fast alle IMSA-Hersteller in Le Mans?

Der Grund liegt in der gemeinsamen technischen Plattform.

Die nordamerikanische GTP-Klasse basiert auf denselben technischen Hypercar-Regularien wie die Hypercar-Klasse der FIA WEC. Dadurch können Hersteller ihre Fahrzeuge grundsätzlich sowohl in Nordamerika als auch in Le Mans einsetzen.

Zu den Herstellern gehören beispielsweise:

Für diese Hersteller ist Le Mans eines der wichtigsten Saisonziele. Daher melden sie ihre Fahrzeuge unabhängig vom Ausgang der IMSA-Meisterschaft an.

Gibt es überhaupt automatische Einladungen aus der IMSA?

Ja.

Der ACO vergibt weiterhin automatische Einladungen an ausgewählte Sieger nordamerikanischer Meisterschaften. Diese betreffen jedoch vor allem:

  • GT-Kategorien
  • Pro-Am-Wertungen
  • einzelne Langstrecken- oder Klassenerfolge

Welche IMSA-Klassen berücksichtigt werden, kann sich von Saison zu Saison ändern. Diese Einladungen gelten nicht für den Gesamtsieg der IMSA WeatherTech SportsCar Championship.

Kann ein IMSA-Champion trotzdem Le Mans gewinnen?

Absolut.

Viele Teams und Fahrer bestreiten sowohl die IMSA als auch die FIA World Endurance Championship. Hersteller wie Porsche Penske Motorsport oder Cadillac Racing setzen häufig Programme auf beiden Kontinenten ein.

Ein IMSA-Champion startet deshalb regelmäßig auch bei den 24 Stunden von Le Mans – allerdings nicht wegen eines automatischen Startrechts, sondern weil sein Hersteller oder Team eine vom ACO akzeptierte Nennung erhält.