Mit dem Einstieg in die IMSA WeatherTech SportsCar Championship erweitert Manthey sein internationales Engagement erheblich. Nach zahlreichen Erfolgen in der FIA World Endurance Championship (WEC), der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS), den 24 Stunden Nürburgring sowie der DTM startet das Team seit 2026 erstmals unter eigenem Namen in Nordamerikas bedeutendster Sportwagenmeisterschaft.
Dabei konzentriert sich Manthey jedoch nicht auf die komplette IMSA-Saison. Das Team tritt ausschließlich im IMSA Michelin Endurance Cup an und bestreitet damit die fünf traditionsreichen Langstreckenrennen des Kalenders.
Was ist der Michelin Endurance Cup?
Der Michelin Endurance Cup ist eine eigenständige Wertung innerhalb der IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Er umfasst ausschließlich die längsten Rennen der Saison und stellt Teams vor andere Herausforderungen als die Sprintveranstaltungen.
Während bei kurzen Rennen reine Fahrzeugperformance häufig entscheidend ist, rücken bei den Langstreckenklassikern Faktoren wie Zuverlässigkeit, Strategie, Boxenarbeit, Reifenmanagement, Verkehrsmanagement und Fahrerrotation deutlich stärker in den Mittelpunkt.
Für ein erfahrenes Langstreckenteam wie Manthey entspricht dieses Format exakt den eigenen Stärken.
Diese fünf IMSA-Rennen fährt Manthey
Rolex 24 at Daytona
Das Saisonhighlight bildet traditionell das 24-Stunden-Rennen auf dem Daytona International Speedway.
Die Kombination aus Hochgeschwindigkeitsoval und technischem Infield verlangt kompromisslose Fahrzeugabstimmung. Neben maximaler Zuverlässigkeit spielen Nachteinsätze, wechselnde Streckenbedingungen sowie ein effizientes Reifen- und Bremsenmanagement eine zentrale Rolle.
Mobil 1 Twelve Hours of Sebring
Sebring gilt als eines der anspruchsvollsten Langstreckenrennen weltweit.
Der ehemalige Militärflugplatz besitzt extrem unebene Betonplatten, die Fahrwerk, Reifen, Bremsen und Chassis außergewöhnlich stark belasten. Viele Ingenieure betrachten Sebring als den härtesten Belastungstest der gesamten Saison.
Sahlen’s Six Hours of The Glen
Watkins Glen kombiniert schnelle Richtungswechsel mit langen Vollgaspassagen.
Das Rennen besitzt zwar eine kürzere Distanz als Daytona oder Sebring, fordert Teams jedoch durch wechselhaftes Wetter, zahlreiche Gelbphasen und strategisch anspruchsvolle Boxenstopps.
Battle on the Bricks
Das Sechs-Stunden-Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway gehört seit der Rückkehr der IMSA zum traditionsreichen Oval wieder zum Endurance Cup.
Der permanente Straßenkurs kombiniert lange Geraden mit langsamen Kurven und verlangt eine ausgewogene Fahrzeugbalance zwischen Topspeed und Traktion.
Motul Petit Le Mans
Den Saisonabschluss bildet das zehnstündige Petit Le Mans auf der Road Atlanta.
Die Strecke gehört zu den fahrerisch anspruchsvollsten Kursen Nordamerikas. Höhenunterschiede, schnelle Richtungswechsel und dichter Verkehr sorgen regelmäßig für ein intensives Finale des Endurance Cups.
Zwei Porsche 911 GT3 R für Manthey
Manthey setzt zwei Porsche 911 GT3 R der aktuellen Generation ein.
Das Aufgebot umfasst:
- Startnummer 911 in der GTD PRO-Klasse
- Startnummer 912 in der GTD-Klasse
Während GTD PRO professionelle Fahrerbesatzungen vorsieht, schreibt die GTD-Kategorie Fahrer-Crews gemäß FIA-Fahrereinstufung mit Amateuranteil vor. Beide Klassen verwenden technisch identische GT3-Fahrzeuge nach FIA-Homologation.
Warum fährt Manthey nicht die komplette IMSA-Saison?
Der Fokus auf den Michelin Endurance Cup ist strategisch sinnvoll.
Manthey zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Langstreckenteams weltweit. Die Organisation verfügt über umfangreiche Erfahrung bei Rennen mit sechs bis 24 Stunden Dauer, komplexen Strategien und hohem Verkehrsaufkommen.
Die fünf Endurance-Rennen besitzen zudem die größte internationale Aufmerksamkeit innerhalb der IMSA und bieten den höchsten sportlichen sowie medialen Stellenwert.
Parallel bleibt Manthey weiterhin in anderen Spitzenserien aktiv, darunter die FIA World Endurance Championship mit Porsche sowie verschiedene GT-Programme in Europa.

